Monat: September 2017

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  • Das Marie-Curie-Gymnasium wurde in das nationale Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC aufgenommen. Dabei steht die Abkürzung MINT-EC für die MINT-Fächergruppe Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, während das „EC“ für Excellence steht.

    • Der Direktor der Schule begrüßt uns kurz und fragt nicht einmal woher wir kommen und aus welchem Grunde wir da sind. Er übergab die Führung durch seine Schule sofort dem Inspektor und verschwand.

    • Das Schulgelände ist ein vollständig umzäunter und betonierter Platz, auf dem die offenen überdachten Gebäude mit den Klassenzimmer stehen. Grünes fehlt.

    • Die Schüler der 1. bis 7. Klasse haben ihren Unterricht von 7 bis 12.20 Uhr.

    • Die 8. bis 12. Klasse haben ihren Unterricht von 12.30 bis 18 Uhr.

    • Die Schüler tragen Schuluniformen.

    • In jeder Klasse sitzen 40 bis 50 Schüler.

    • Es gibt offensichtlich keine Schulbücher und die Klassenzimmer sind sehr spartanisch eingerichtet.

    • Im Unterricht ist es sehr laut und da es keine Glas-Fenster gibt, hört man auch die anderen Klassen und die Schüler auf dem Schulhof.

    • Auch nach dem Klingeln, welches einer Sirene zum Feueralarm glich, kehrte keine Ruhe ein.

    • Die Englischlehrerin einer Klasse konnte weniger Englisch als wir. Große Probleme hatte sie mit der Aussprache. Dafür mussten die Schüler als Hausaufgabe alle Zahlen von 1 bis 1000 aufschreiben.

    • Das Schuljahr ist in Trimester eingeteilt. Es gibt nur 5 Fächer: Mathe, Sprachen, Sozialkunde, Naturwissenschaften, Sport. Wobei z.B. in den Naturwissenschaften trimesterweise zwischen Biologie, Chemie und Physik gewechselt wird.

    • Noten gibt es erst am Jahresende, die Schüler müssen für die Versetzung eine Prüfung bestehen. Allerdings gibt es vier Versuche – mit immer denselben Aufgaben.

    Der Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen war auf dem Schulhof rasch hergestellt. Die ecuadorianischen Schüler zeigten große Neugier und winkten uns zu, selbst im Unterricht versuchten sie per Zeichensprache mit uns zu kommunizieren. Besonders von Selma waren alle fasziniert, sie wurde umringt und jeder wollte mit ihr ein Foto machen.

  • Es ist unglaublich, jeden Tag sitzen wir 7.30 Uhr am Frühstückstisch. Wollten wir nicht Urlaub machen? Nugelys und Eduardo sind schon viel früher munter. Sie haben dann schon das Essen vorbereitet. Ein vorher aufgestellter Plan der beiden zeigt ganz genau, was es wann zum Frühstück, Mittag und Abendbrot zu Essen geben wird. Eduardo hat den Speiseplan zusammengestellt und vor unserer Ankunft alle Lebensmittel für die Woche unserer Anwesenheit eingekauft. Die Vielfalt der von ihnen gekochten Speisen ist beeindruckend. Es ist eine Reise durch die Spezialitäten der modernen südamerikanischen Küche. So lernten wir z.B. venezolanische Arepas (Maisfladen), verschiedenste Zubereitungsvarianten der Kochbanane (z.B. die Patacones) oder Submarinos de Atun (Thunfischkroketten) kennen. Eduardo erklärt uns auch die verwendeten Früchte und Gemüse und deren Zubereitung.

    Beide sind keine Köche. Vor wenigen Jahren kamen sie aus Venezuela nach Ecuador. Nicht als politische Flüchtlinge, sondern um ein neues Leben anzufangen. Die politische Situation in Venezuela beeinflusste aber ihre Entscheidung das Land zu verlassen. Nun arbeiten sie als Rechtsanwalt für SELVA VIVA bzw. als Assistentin in einer Uni in Tena. Nugelys nutzt aber gerade die Zeit über eine berufliche Neuorientierung nachzudenken.

    Nach unseren Exkursionen oder Arbeitseinsätzen auf der Finca Liza kehren wir in der Regel um 18 Uhr zurück. Leider wird es am Äquator jeden Tag zu dieser Zeit dunkel, so dass dann die Boote nicht mehr fahren können und damit der Weg zu unserem Haus am Puerto Barantilla abgeschnitten wäre.

    Nugelys und Eduardo, wir werden Euch auf der weiteren Reise vermissen.

    Nicht vermissen werden wir die ungebetenen Gäste des Hauses, die wir erst neugierig betrachteten, die Einheimischen uns dann aber vor ihren giftigen Bissen, Stichen oder Sekreten warnten.

  • Eigentlich wollten nicht alle an der Wanderung teilnehmen. Im Dunkeln, eine Stunde nach Sonnenuntergang bei Neumond durch den unbekannten Wald zu gehen, stellte doch ein kleine emotionale Herausforderung dar. Unser Guide Suyo begann auch sofort mit den Sicherheitshinweisen: Niemand darf zurückbleiben. Man darf nicht senkrecht nach oben in die Bäume leuchten, es könnten sich Insekten von den Bäumen fallen lassen. Alle müssen leise sein, damit man die Kommandos des Guides versteht. Kreuzt eine Schlange den Weg, darf niemand in Panik verfallen. Es wird Stopp gerufen und die ganze Gruppe geht langsam den Weg rückwärts zurück. Zum Glück hatten wir noch vom Arbeitseinsatz unsere Gummistiefel. Am Ende liefen wir nur 800 m, aber was wir sahen, war mehr als beeindruckend. Dank des Engagements von Remigio, Jaime und Rubén (den Waldhütern) für den Schutzwald SELVA VIVAs und dem Geld der vielen Spender konnte sich hier trotz der Nähe zur Zivilisation eine große Artenvielfalt erhalten.

    Die Schlangen hatten sich aber leider versteckt, da es kurz zuvor regnete.

  • Große dunkelbraune Augen schauen uns sehr aufmerksam an – da sind unsere Herzen schon geschmolzen. Wir stehen in unseren dunkelroten T-Shirts vor der 1. bis 3. Klasse der „Sacha Yachana Huasi Christina“, der Urwaldschule des SELVA-VIVA-Projektes, und erklären, dass und warum wir aus Dresden gekommen sind.

    Fausto, der Direktor, stellt uns stolz seine Schule vor. Wir präsentieren uns auch vor den Schülern der 4. bis 6. Klasse, die in der Hütte gegenüber Unterricht haben und bei den 3 Schülern der Vorschule. Die älteren Schüler lernen auch Deutsch, sind aber zu schüchtern, um es mit uns zu sprechen.Die Schüler begrüßen uns mit Liedern in Kichwa und Spanisch – wenigstens bei den Vorschülern können wir mit „Bruder Jakob“ in Deutsch und Russisch mithalten.

    Danach treffen wir uns unter tropischer Sonne auf der Wiese zwischen den 3 Gebäuden und spielen gemeinsam ein ecuadorianisches Katz- und Maus-Spiel. Wir initiieren dann ein paar gemeinsame Runden Twister und mit den Mädchen basteln wir Jonglierbälle aus Flusssand, Folie und Luftballons. Vivien, Johann, Niklas und Jan spielen Fußball mit den Jungs. Die Mannschaftsstärke ist nicht ganz ausgeglichen, denn unsere 4 Spieler müssen gegen eine Vielzahl kleiner flinker ecuadorianischer Beine antreten. So ist der Endstand dann auch 2 : 0 für Ecuador, wobei unsere Mannschaft bei der Hitze größte Ausdauer beweist.

    Am Ende überreichen wir der Schulleitung die mitgebrachten Fußbälle und deutsche Erstlesebücher sowie Malhefte und mit einem „Aplauso del amor“ geht unser Besuch schon zu Ende. Als wir den Weg hinab zum Fluss und unserem Boot laufen, haben wir das gute Gefühl, sehr gern gesehene Gäste gewesen zu sein und sind gespannt auf die weiterführende Schule in Tena, wo die älteren Kinder der Gegend leben und lernen.

  • Nun ging es auf historische Tour, denn wir traten in die Fußstapfen des oben schon genannten Francisco Orellana. Wir ließen uns ebenfalls flussabwärts treiben, allerdings nicht in einem Boot sondern in gigantischen Donuts. Dies war kein sehr ungefährliches Unterfangen, da wir unter anderem auch durch sehr viele Stromschnellen gespült wurden. Neben zahlreichen Wasserschlachten mit den Lehrern verloren wir auch das Boot, welches uns eigentlich beaufsichtigen sollte, aus den Augen. Doch überlebten wir alle das spannende Abenteuer und gingen anschließen noch mit Klamotten baden. Klitsch-nass und in sengender, schwül-warmer Hitze wateten durch den Regenwald nach Hause. Auf dem Weg redeten wir über die verschiedensten Dinge, unter Anderem fiel uns auf, dass Legosteine schlimmer sind, als Kleinwüchsige, welche auf der Rolltreppe anderen Mädchen unter den Rock schauen.

    Nach anschließendem „Wet T-shirt Contest“ unter der Gemeinschaftsdusche, schafften wir unsere Isomatten und Schlafsäcke auf das Dach, da wir fest vorhatten im Freien zu schlafen.

  • Heute Vormittag regnete es und die Temperaturen waren durch den bewölkten Himmel sehr angenehm. Doch nun starteten wir zu unserer Aufforstungsaktion und die Sonne brannte heißer als wir es bisher erlebt hatten. Zum Glück holte uns Remigio Canelos mit einem Pickup ab. Dass hieß, einige von uns konnten auf der Ladefläche des Autos mitfahren. So gab es einen heißen Streit um kühle Plätze. Was aber noch niemand wusste, die Jungs von der Ladefläche mussten später beim Aufladen der Baumsetzlinge doppelt schuften.

    Nach kurzer Fahrt waren wir auch schon an der Finca Liza. Die Finca liegt am Rand des Selva viva Schutzwaldes. Wildhüter Rubén erzählte uns, dass sie vor sieben Jahren von ihrem vorhergehenden Besitzer verlassen wurde. Es war ein Amerikaner, der auf dem Land einer ehemaligen Kakaoplantage eine ökologische Baumschule aufbauen wollte. Als er merkte, dass niemand seine Bäume kaufte, verkaufte er das Grundstück an Selva viva. Der ursprüngliche Plan war es nun daraus eine Finca zur Schulung der Bauern der Region zum ökologischen Landbau aufzubauen. Bisher war es aber noch nicht möglich eine geeignete Person zu finden, diese Finca zu leiten. So entschloss man sich, den sich langsam entwickelnden Sekundärwald zu unterstützen.

    Remigio erklärte uns, dass es etwa 100 Jahre dauern würde bis die Kakaoplantage wieder richtiger Urwald wäre. Jetzt konnte man schon sehen, wie viele kleine Bäume das Land wieder in Besitz genommen haben, die die Kakaobäume schon überragen. Es sind aber weniger Arten, so dass der Sekundärwald noch sehr artenarm ist. Nun möchte man den Prozess beschleunigen. Remigio und seine Waldhüter hatten schon begonnen, verschiedene Sorten auf der Plantage zu pflanzen. Wir sollen dies fortsetzen.

    Da wir und die Pflanzen nicht gleichzeitig in und auf das Auto passten, teilte man uns in 2 Gruppen. Gruppe 1 mit Rubén wurde zuerst hingefahren und machte „Sightseeing“ auf der alten Farm. Gruppe 2 mit Wildhüter Jaime ludt die Setzlinge auf und ging bei Ankunft sofort ans Werk. Noch beim Gehen oder eher Stürzen durch den sehr feuchten, teilweise sumpfigen Plantagenwald, redete Jaime ständig auf uns ein. Doch leider war Herr Ulbricht in der anderen Gruppe und so kam uns alles sehr spanisch vor und verstanden nichts. Sehr wort- und gestenreich erklärte er uns, was zu tun wäre.

    Mit dem Pflanzspaten ein 20 cm tiefes Loch ausheben – Den Setzling reinsetzen und anschließend das Loch wieder locker mit Erde füllen. Also eigentlich kein großes Ding, aber alles bei 35 Grad im Schatten. Jaime stand daneben und erzählte die ganze Zeit lachend von Tschuntscho, Tsuntsu und Sontso. Dabei fuchtelte er mit den Armen rum, lachte und animierte uns die Worte nachzusprechen. Das amüsierte ihn dann noch einmal mehr, so dass er sich fast den Bauch vor Lachen halten musste. Es war so lustig, dass wir kaum noch pflanzten, sondern nur noch gemeinsam lachten. Aber eigentlich verstanden wir nur „Bahnhof“.

    Doch dann kam Herr Ulbricht und die Sprachschule ging in Runde 2. Nachdem auch Herr Ulbricht unter tränenreichem Lachen die drei Wörter endlos wiederholen musste und er aber die Erklärung Jaimes verstand, lüftete sich das Geheimnis.

    „Tschuntscho“ ist der Name des Baumes den wir pflanzten. „Tsuntsu“ heißt in Kichwa der Arme und „Sontso“ ist der Dumme.

    Nach anderthalb Stunden trafen wir dann wieder auf die andere Gruppe und hatten etwa 10 Bäume gepflanzt. Nun haben wir also noch 2 Tage um die restlichen 140 Setzlinge einzupflanzen.

  • Der Motor stottert und plötzlich ist Ruhe. Der Motor ist aus. Wir treiben mit unserem Kanu flussabwärts. Schon zum wiederholten Male fällt auf einer unserer Touren mit dem Kanu der Motor aus. Nur diesmal sind wir an der Mündung zum Rio Napo, einem der großen Zuflüsse des Amazonas. Die Strömung ist reißend stark. Man kann den Höhenunterschied der zwei Flussebenen mit dem bloßen Auge sehen. Jeder musste gleich an die Geschichte von Francisco de Orellana denken, dem spanischen Eroberer, der um 1540 ebenfalls mit einem Boot auf dem Napo unterwegs war. Eigentlich sollte er nur mit ein paar Soldaten Proviant besorgen. Da die Strömung aber immer stärker wurde, konnte er mit seinen Begleitern nicht mehr zurück zu seiner Kompanie. So trieb und segelte er 9 Monate auf den Flüssen entlang und gelangte am Ende unfreiwillig als erster Bezwinger des Amazonas an dessen Mündung im Atlantik an. Er berichtete unter anderem von einem Volk mit hochgewachsenen kriegerischen Frauen dem sie begegnet wären. Nach diesen Amazonen wurde der wasserreichste Fluss der Erde benannt. Die Amazonen wurden aber niemals wieder gesehen.

     

    Wir hatten noch einmal Glück. Unser Bootsführer brachte die Situation schnell wieder unter Kontrolle und wir konnten unseren Ausflug nach Ahuano fortsetzen.

  • „Hola, me llamo Io. Mi nombre es una palabra kichwa qué significa hormiga en castellano.“ So begrüßte uns unser indianischer Führer vom Volk der Kichwa zu unserer ersten Dschungelexkursion „Ich heiße Io. Mein Name ist ein Wort in Kichwa und bedeutet Ameise.“

    Endlich war es so weit: Keine langen Fahrten mehr, nur noch der Urwald mit seinen unendlichen Weiten. So erwachten wir vor Aufregung an diesem Tag schon sehr früh und starteten von unserer Unterkunft, dem Haus von Christine von Steiger, der schweizer Präsidentin von Selva viva, zur Expedition. In einem Boot, die hier als Busse bzw. als Taxis funktionieren, da es hier keine Staßen und Autos gibt, ging es zur Liana Lodge und von dort direkt in den Urwald. Zu Beginn der Expedition, bekamen wir echte Urwald-Kriegsbemalungen aus dem natürlichen Farbstoff einer Pflanze mit roten Früchten ( der Achote). Damit waren wir bereit für den Urwald. Mit einer Machete bewaffnet ging Io voran und wir folgten in Gummistiefeln. Nun ging es durch knöchelteifen Schlamm, fast knietiefe Bäche und schier undurchdringliches Dickicht. Io zeigte uns handtellergroße Spinnen, Schmetterlinge – die bei ausgebreiteten Flügeln einem Uhu-Kopf gleichen, Palmen – die wandern können, Früchte mit denen sich die Affen kämmen und viele weitere interessante Pflanzen und Tiere. Wir kletterten wie Tarzan an Lianen rauf und runter und probierten „echtes“ Drachenblut, welches bei vielerlei Erkrankungen und Verwundungen als Medizin hilft, aber den Mund so stark austrocknet, dass Henriette dachte Holz im Mund zu haben. Nach 2,5 Stunden erreichten wir wieder das Ufer des Rio Arajuno, einem Nebenfluss des Rio Napo.

    Aber damit war der interessante Tag noch nicht beendet.

    Glückliche bzw. unglückliche Pärchen im Urwald

    Nach unserer gelungenen Urwaldexpedition ging es sofort los zur AmaZOOnico Tierauffangstation.

    Das AmaZOOnico ist ein Zufluchtsort für Regenwaldtiere jeglicher Art, welche nicht artgerecht gehalten bzw. behandelt wurden. Wir lernten die zum Teil sehr traurigen Geschichten der einzelnen Tiere kennen. Wie zum Beispiel die Geschichte eines kleinen Kaimans, welcher in einer Hotellobby als Touristenattraktion missbraucht wurde. Wir sahen eine Schildkröte, deren Panzer durchbohrt wurde, um sie anzubinden, Papageien, denen die Flügel gebrochen wurden, damit sie nicht wegfliegen (und das aus Liebe!!?!!) und vieles mehr. Auch gab es ein Papageienpärchen aus zwei unterschiedlichen Arten, die aus diesem Grund von den anderen Papageien attakiert wurden und so in ein extra Gehege gesteckt werden mussten. Außerdem gab es eine Killeraffenfamilie, wo der Vater der Familie andere kleine Äffchen gerne meuchelte´aber seine Familie sehr liebevoll behandelt, sodass das Jungendamt (noch) nicht anrücken musste. Unter Anderem kamen wir auch am Ozelottgehege vorbei. Ozelotts sind eigentlich kleine leopardenähnliche Tierchen, welche ziemlich niedlich aussehen, solang man sie aus der Ferne beobachtet. Dies wollte so mancher nicht beachten. Jan ging näher an den Käfig heran und wurde somit auch gleich vom Ozelott auserwählt und als sein Besitz markiert. Nach dem „Ja- Wort“ der beiden mussten wir leider wieder zurück zur Liana Lodge, um dort noch einmal die letzten Reste des WLAN`s abzugreifen.

    Der Ausflug zum AmaZOOnico machte uns aber schon etwas betroffen. Max, unser Führer vor Ort, erklärte uns, dass ein Drittel der von Polizei, Zoll, Umweltministerium und aufmerksamer Bevölkerung zum AmaZOOnico gebrachten Tiere wieder ausgewildert werden können. Das zweite Drittel wird für immer im AmaZOOnico verbleiben, da sie nicht mehr auswilderbar sind. Und das letzte Drittel stirbt schon auf dem Weg zum AmaZOOnico, da der Transport in Ecuador häufig für die Tiere sehr strapaziös ist.

  • 16.15 Uhr – Ortszeit Panama City:

    Wir stehen mit dem Flugzeug auf der Landebahn. Der Pilot informiert uns, dass es heute auf dem Flughafen einen längeren Stromausfall gab und somit viele Flüge erst mit Verspätung starten konnten. Nun sind alle Parkpositionen des Flughafens voll und wir müssen warten bis das nächste Flugzeug gestartet ist.

    17.15 Uhr – Ortszeit Panama City:

    Im vollkommen überfüllten Flughafengebäude haben wir uns einen Platz am Geländer einer Terrasse gesichert. Bei 30 Grad und schwülheißer Luft hängen die meisten auf ihren Rucksäcken ab und versuchen eine Mütze Schlaf zu bekommen.

    18.19. Uhr – Ortszeit Panama City:

    Unsere Bordingzeit ist vor 10 Minuten abgelaufen. Unser Weiterflug nach Quito verschwand vor einer halben Stunde von den Anzeigetafeln. Die Lehrer stehen mit vielen anderen gestrandeten Reisenden in der Schlange des „Punto de Información“. Kommen wir heute noch in Quito an?

    18.45 Uhr – Ortszeit Panama City:

    Nun stehen wir am Gate 9. Die Auskunft schickte uns hierher. Doch an der Anzeigetafel steht „Destino: Sao Paolo“ – Abflug nach Sao Paolo. Andere hellhäutige Reisende sprechen uns auf deutsch an, sie wollen ebenfalls nach Quito – kann hier jeder Deutsch? In der Menschentraube stehen auch ein Pilot und seine Crew. Sie wollen wohl auch nach Quito und sind unsere Besatzung des Flugzeugs. Das gibt uns Mut.

    19.10 Uhr – Ortszeit Panama City:

    Mittlerweile ist es dunkel geworden. Die geplante Startzeit ist schon verstrichen. Wir beobachten aus den Fenstern unseres Flugzeugs wie die Gepäckträger genervt von den Gepäckwagen Koffer abladen und auf das Gepäckband in den Rumpf des Flugzeugs werfen. Dabei kontrollieren sie bei jedem Gepäckstück Herkunft und Reiseziel. Einige Koffer werden aussortiert und einige dürfen den Weg in das Flugzeug nehmen. Etwa 10 große Gepäckstücke, die wie unsere mülltütenummantelten Rucksäcke aussehen, bleiben draußen stehen.

    Die Erwachsenen werden unruhig. Herr Ulbricht versucht das Bordpersonal zu überreden, mit ihm aus dem Flugzeug zu steigen und nach unserem Gepäck zu schauen. Gepäckscheine werden betrachtet und uns wird mehr oder weniger überzeugend versichert, dass unser Gepäck im Rumpf ist. Man ist nicht bereit jemanden rauszulassen.

    22.00 Uhr – Ortszeit Quito:

    Seit 10 min kreisen vor unseren Augen unzählige Koffer unseres Fluges auf dem Gepäckband des quitener Flughafens. Unsere Rücksäcke sind nicht dabei.

    Plötzlich entdeckt Frau Hähner hinter uns auf einem anderen Gepäckband unsere Rucksäcke. Da sie von außen eher Müllsäcken ähneln, wurden sie als Sondergepäck behandelt und nicht mit den anderen Koffern auf das normale Gepäckband gelegt.

    Noch 45 Minuten Fahrt mit einem Taxi-Bus und wir sind an unserem ersten Etappenziel. Die Herberge „Casa Helbling“ in Quito. Sie wird immer wieder zentraler Anlaufpunkt während unserer 3-wöchigen Reise sein. Claus, der Herbergsvater, begrüßt uns. Er kam vor 25 Jahren aus Berlin nach Quito, heiratete seine ecuadorianische Frau und baute mit ihr das Hostel auf.

    So endet unser erster aufregender 31-Stunden-Tag der Reise. Morgen Mittag holt uns Fabián, ein Mitarbeiter von „Selva viva“ ab und bringt uns in den Regenwald.

    Dort werden wir kein Internet haben, so müsst Ihr etwas Geduld bis zu den nächsten Berichten haben.