Ecuador 2017

MCG goes to Ecuador

Seit 2001 engagieren sich die Schüler, Eltern und Lehrer des Marie-Curie-Gymnasiums für den Schutz des tropischen Regenwaldes.

Mit Vorträgen, Basaren, Wettbewerbsteilnahmen, Ausstellungen und Aktionstagen an der Schule und in der Dresdner Öffentlichkeit, die Gestaltung und den Verkauf eines Regenwaldkochbuches und dem jährlich stattfindenden Sponsorenlauf wurde seitdem eine Spendensumme von ca. 220.000 € zusammengetragen.

Seit 2003 unterstützen wir mit einem Großteil der Spenden die Gesellschaft zum Schutz des Regenwaldes GSR „Selva viva“ in Ecuador.

So konnten durch diese Gelder bisher etwa 500 ha tropischer Regenwald in Ecuador dauerhaft unter Schutz gestellt werden.

Am 18. September wird eine Gruppe von 7 Schülern, einem Vater und 2 Lehrern des Marie Curie Gymnasiums nach Ecuador reisen und „unseren“ geschützten Tropischen Regenwald besuchen und durch eine Aufforstungsaktion unterstützen.

Die Reise wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushalts über die Förderrichtlinie „Internationale Zusammenarbeit“ der Sächsischen Staatskanzlei vom 15.09.2015.

Weitere finanzielle Unterstützung leisteten: KLA-Tencor Foundation und Grasreiner.Design.

Beiträge

  • Laut unseren Flugtickets von Lufthansa wurden für jeden Passagier auf unseren Flügen 1,436 Tonnen CO2 freigesetzt1. Ist dieser Aufwand und dieser Beitrag zum Klimawandel für unsere Reise vertretbar?

    Am Abend des 07.10.2017, des Samstags der ersten Herbstferienwoche, kamen wir wieder in Dresden auf dem Flughafen an. Die Eltern und Freunde bereiteten uns einen großartigen und sehr emotionalen Empfang.

    Nun ist es Zeit darüber nachzudenken, ob die Reise sich gelohnt hat.

    Auf jeden Fall war es für jeden Mitreisenden ein Ereignis, welches er so schnell nicht vergessen wird. Die vielen Begegnungen mit fremdartigen Tieren und Insekten, mit interessanten Pflanzen, mit der fremden Kultur und den vielen neu gewonnenen Freunden auf der anderen Seite des Atlantiks werden uns lange in Erinnerung bleiben.

    Für unser Regenwaldprojekt war es aber auch sehr wichtig. Wir haben einen unverfälschten Eindruck von unserem Schutzwald, der Arbeiter vor Ort, der Tierauffangstation „AmaZOOnico“ sowie der Urwaldschule „Sacha Yachana Huasi Christina“ erhalten. Und nicht nur das, wir haben auch eine öffentliche Schule von Tena kennengelernt und Einblick in deren Unterricht gehabt. Wir führten Experimente am Äquator durch und besuchten aktive Vulkane.

    Über all das werden wir an einem Abend in der Aula berichten und hoffentlich noch mehr Schüler zur aktiveren Teilnahme am Regenwaldlauf motivieren können.

    Bleiben noch die 14,36 Tonnen CO2 die für unsere Flüge in die Atmosphäre freigesetzt wurden.

    Bei unserem Aufenthalt im Regenwald starteten wir das erste Wiederaufforstungsprojekt von SELVA VIVA. Wie wir schon berichteten, pflanzten wir etwa 200 Tschuntscho-Bäume auf einer ehemaligen Kakao-Plantage um die Artenvielfalt zu erhöhen. Jeder dieser Setzlinge wird in den nächsten Jahren eine Höhe von etwa 40 m und einen Stamm von ca.1 Meter Durchmesser erreichen. Dabei wird er ein Trockengewicht von etwa 2 Tonnen besitzen. Dieses entspricht dann ca. einer Tonne gespeicherten Kohlenstoffs. Um diese Biomasse zu erzeugen, wird der Baum etwa 3,5 Tonnen CO2 aufnehmen2. Unsere 200 gepflanzten Tschuntschos werden in den nächsten 100 Jahren also etwa 700 Tonnen CO2 speichern.

    Ich denke, dafür haben sich die Flüge gelohnt.

    Wir müssen nur alles dafür tun, dass sie dauerhaft geschützt werden und in Ruhe wachsen können.

    Ingo Ulbricht (Leiter der Expedition)

    1 Quelle: http://www.icao.int/environmental-protection/CarbonOffset/Pages/default.aspx

    2 Quelle: http://www.wald.de/wie-viel-kohlendioxid-co2-speichert-der-wald-bzw-ein-baum/

  • Schritt für Schritt ging es langsam bergauf. Wer sich schneller bewegte, wurde durch Herzrasen und Atemnot bestraft. Vor unseren Füßen erstreckte sich ein nur 30 cm breiter Pfad. Links von uns nur kahle schwarze Felswände, welche in die Höhe ragten, rechts von uns ein tiefer Abgrund aus dunklem Schotter. Noch ahnte keiner von uns, dass dieser Abgrund unser Rückweg werden sollte …

    7 Uhr: Wir standen auf. Jeder kroch aus seinem Schlafsack unter mindestens zwei Decken. Wir übernachteten in verschiedenen reparaturbedürftigen Holzhütten am Fuße des Cotopaxi. Das Waschen fiel mangels Wassers aus. Frühstück gab es in der größeren Schutzhütte „Cotopaxi – Cara Sur“. Während wir aßen und uns die Ärsche abfroren, unterrichtete uns Herr Ulbricht über die anstehende Wanderung am Cotopaxi.

    Gegen 8:30 standen wir mit gepackten Tagesrucksäcken zum Abmarsch bereit. Nach weniger als anderthalb Stunden verloren wir auch schon die ersten Mitglieder, da die nicht unerhebliche Höhe (4.200 m ü. NN) für manche einfach zu viel war und sie somit zurück zu unserem Basislager gebracht werden mussten. Zu siebt ging es dann weiter zum eigentlichen Ziel unserer Wanderung, dem Morurcu, einem Nebengipfel des Cotopaxi. Allerdings war der Weg mit vielen Risiken verbunden, wie zum Beispiel vom schmalen („schmal“ maßlos untertrieben) Pfad abzurutschen und in dem rund 300 Meter tiefen Abgrund zu verschwinden.

    13 Uhr: Nach langem Überlegen und Beraten mit unseren Bergführern, welchen Weg wir als nächstes einschlagen wollten, entschieden wir uns für eine etwas kürzere Route als ursprünglich geplant. Jedoch wussten wir noch nicht, was uns auf diesem Weg erwarten würde.

    . . . nach einem weiteren Anstieg auf 4.500 Meter rannte Luis, einer der beiden Guides, welche mit uns unterwegs waren, wie von der Tarantel gestochen den endlosen Steilhang aus vulkanischer Asche hinunter. Wir taten es ihm gleich und stürzten hinterher. Dabei soll gesagt sein, dass wir viel mehr rutschten als rannten. Wir surften quasi den Fuß des Vulkans hinunter. 300 Höhenmeter später waren wir am Grund einer Schlucht angekommen. Hier konnte man noch sehr gut die Schlammströme vulkanischer Asche der letzten Ausbrüche des Cotopaxi erkennen. Doch wo es runter geht, muss es leider auch wieder hoch gehen. So blieb es uns nicht erspart, nach einer längeren Wanderung im Tal weitere 200 Höhenmeter bis zu unserem Basislager anzusteigen. Doch kurz vor unserem Ziel fing es an in Strömen zu regnen. So zerrann unsere letzte Hoffnung ein freien Blick auf den Cotopaxi zu haben.

    Trotzdem waren wir glücklich als wir endlich gegen 15 Uhr vor dem warmen Kamin der Hütte mit unseren neuen Freunden, den Bergführern Eduardo und Luis, saßen.

    Jennifer, unsere Köchin, erwartete uns schon mit einer warmen Suppe.

    Am Abend spielten wir noch eine deutsch-spanische Runde Schummelmax. Die drei Ecuadorianer amüsierten sich köstlich bei dem neu erlernten Spiel.

    Gegen 20 Uhr krochen wir dann schon wieder in unsere etwas klammen Schlafsäcke. Beim Einschlafen dachte bestimmt jeder an unser Vorbereitungsboofen in der Sächsischen Schweiz. Das fühlte sich so ähnlich an, nur dass es damals bestimmt 20 Grad wärmer war.

  • Wir starteten den Tag mit einem schönen heißen Coca-Tee, da dieser gut gegen die Höhenkrankheit ist. So vorbereitet begaben wir uns auf den Weg zur Seilbahn „TelefériQo“, welche uns auf eine Höhe von 3945 Meter ü. NN brachte. Am ersten Mirador (Aussichtspunkt) erzählte uns Vivien vom letzten Ausbruch des Vulkans Pichincha 2009. Es war ein wenig beängstigend zu wissen, dass der Berg immer noch aktiv ist. Welche Gefahr von dem Hausberg Quitos für die Stadt ausgeht, ist kaum vorstellbar.

    Von der Bergstation der Kabinenbahn gingen wir Schritt für Schritt immer mehr in Richtung des Gipfels. Es ging nur sehr langsam voran, da wir ständig Anhalten mussten um wieder zu Atem zu kommen. Unser Ziel waren die 4200 Meter Höhe (was noch lange nicht der Gipfel war). Leider mussten wir zwischendurch dann zwei unserer Gruppe zurücklassen, da sie ein Problem mit der Höhe hatten. Der Rest von uns kämpfte sich aber bis zu unserem Ziel weiter. Nach einer kurzen Pause begaben wir uns dann aber wieder in Richtung der Seilbahn. Als der größte Teil des Wegs nach unten geschafft war, machten wir noch eine Picknickpause. Beeindruckend war die Sicht über das ganze Tal Quitos. Die Millionenstadt lag uns zu Füßen. Leider nahm die Bewölkung immer mehr zu, so dass die Vulkane nur am frühen Morgen zu sehen waren. Gegen 15 Uhr fuhren wir wieder mit der Seilbahn zurück. Doch die Wanderung war noch nicht alles.

    Wir bestellten drei Taxis und fuhren zum „Panecillo“, einem Berg mit einer Engelsstatue aus Stein. Von dort aus hatten wir einen grandiosen Blick über Quitos Altstadt. Anschließend begaben wir uns auf einen Kunsthandwerkermarkt, wo wir in kleinen Gruppen über den Platz gingen. Später Teilten wir uns in zwei Gruppen, eine Gruppe begab sich zurück zum Casa Helbling und die Anderen versuchten ihr Glück bei einem Kunst- und Kulturmuseum, welches aber geschlossen war. Den Abend ließen wir dann ruhig ausklingen. Ein Teil von uns schaute die Wilden-Kerle Teil 5 und ein anderer Teil ging lieber schlafen.

  • Der heutige Tag startete für uns um 6:15 Uhr. Wir machten uns, ohne Frühstück, auf den Viehmarkt von Otavalo. Da Herr Ulbricht uns schon einiges über den Umgang der Indigenen mit den Tieren erzählt hatte, hatte sich jeder schon ein paar Gedanken gemacht und innerlich vorbereitet.

    Als wir auf dem Markt ankamen, wussten wir, das alles was wir uns vorgestellt hatten, nicht zutrifft.

    Nachdem wir uns umgeschaut hatten, waren wir alle geschockt und den Ersten schlecht. Vor allem war es schockierend wie mit den Hühnern und Schweinen umgegangen wurde. Die Hühner wurden lebendig an den Beinen zusammengebunden und kopfüber aufgehängt. Schweine wurden am Schwanz hochgehoben und an einem Band am Hals gezogen, um sie nach dem Verkauf vom Platz zu schaffen.

    Man hörte überall die Rufe verschiedenster Tiere. Dazu regnete es noch. Der Platz schien bald im Schlamm zu versinken und die Abgase der Tiertransporter trugen ebenso dazu bei unser Unwohlsein zu verstärken.

    So verließen wir nach kurzer Zeit den Viehmarkt und beschlossen, uns ein Restaurant zum Frühstücken zu suchen.

    Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Kunsthandwerker-Marktplatz. Da es immer noch regnete und wir vollkommen durchnässt waren, durchkämmten wir kurzerhand den Fließpullovermarkt von Otavalo und wurden auch fündig. Wieder wärmer angezogen gingen wir Schoppen.

    Dieser Markt war atemberaubend. Wo man auch hinsah waren bunte Stoffe, Schmuck, Taschen, Ton-/Keramik-&Holztextilien.

    So war der Vormittag doch noch gerettet und wir starteten mit fast allen Mitbringseln die Reise nach Quito. Doch nun gab es doch wieder einen Dämpfer. Eigentlich wollten wir mit unserem Bus noch zu einer Condor-Show. Doch der Busfahrer wirkte dies durch einen Hinweis auf einen sehr überteuerten zusätzlichen Preis ab.

  • Laut Wikipedia:

    Pachamanca (from Quechua pacha „earth“, manka „pot“) is a traditional Peruvian dish based on the baking, with the aid of hot stones (the earthen oven is known as a hutia), of lamb, mutton, pork, chicken or guinea pig, marinated in spices. (Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Pachamanca)

    Aber wie läuft ein Pachamanka ab?

    Am späten Nachmittag trafen wir uns an einem mystischen Ort gleich hinter unserem Hostal. Einige indianische Figuren schmückten den Platz und es loderte ein großes Feuer in dem viele vulkanische Steine lagen. Zuerst umschmückten wir ein Erdloch und markierten einen Weg mit Rosenblättern zum Lagerfeuer. Zu unserem Entsetzen wurde dann unser Abendessen, mit den glühenden Steinen, in einem Erdloch beerdigt und mit einem Kreuz, Blättern und Figuren verabschiedet. Daraufhin verschwand Veit, Henriettes Vater, mit etlichen leicht bekleideten Holländerinnen und Indigenen in einer Schwitzkammer und zelebrierten dort mit spirituellen Gesängen ein Temascal. Nach zwei Stunden war dieses beendet und das Erdloch mit unserem Essen wurde wieder geöffnet. Und tatsächlich waren die Speisen im Erdloch gegart. So folgte ein Festmahl, welches das Essen der benachbarten Gaststätte bei weitem übertraf.

  • Staubige Straßen, halbfertige und schon wieder baufällige Hütten, wo bringt uns Zulay, unsere indigene Führerin, nur hin.

    Nach dem Frühstück sind wir alle mit einem Kleinbus losgefahren um mehrere Dörfer um Otavalo zu besuchen. Als erstes haben wir in einer sehr einfachen, aber bewohnten Hütte zuschauen können wie eine Indigene, sehr feste und robuste Matten aus Schilfrohr herstellte. Solche Matten scheinen heute immer noch große Bedeutung zu haben wie vor hunderten von Jahren, denn wir haben später immer wieder solche Matten in Gebrauch gesehen. Als Teppich, Abdeckung, Windfang … Dann haben wir eine Familie in ihrem Garten besucht die uns zwei einfachen, traditionellen Webtechniken zeigten mit denen sie farbenfrohe und mit filigranen Mustern verzierte schmale Bänder webten und wir sahen lustiger Weise einen Hahn mit Hausschuhen. Anschließend zeigten sie uns stolz ihre Meerschweinchen, wovon uns eines gleich durch die Lappen gegangen ist. Im nächsten Dorf kamen wir zu einem Musiker und Instrumentenbauer der uns als erstes zeigte wie er traditionelle Panflöten hergestellt. Danach zeigte und spielte er uns etwas vor auf den regional unterschiedlichsten Panflöten, Rohrflöten, Blasröhren (ähnlich eines Didgeridoos), Ukulele und anderen Instrumenten. Und nachdem auch wir etliche Instrumente ausprobieren durften, gründeten wir spontan unsere eigene „Band“. Bei unserer Letzten Station zeigte uns ein alter 84 jähriger Herr wie man aus Schafswolle, durch einem langwierigen Prozess, erst einmal einen Faden bekommt um später aus diesem Faden einen Poncho herstellen zu können. Bevor wir zu unserem Hostel an den Bahndamm zurück kehrten, kamen wir noch an mehreren Häusern vorbei aus denen ein ohrenbetäubender Lärm kam. Als wir in die Fenster hinein schauten sahen wir in kleinen Zimmern mechanische Webstühle. Auch wenn diese zwar keine großen Fabriken waren, zeigte uns dies aber dass die traditionelle Handarbeit also auch hier immer mehr in den Hintergrund zu treten scheint, die Arbeitsbedingungen dadurch aber nicht besser werden, da die Indigenen mit Atemschutzmaske und Ohrenschutz arbeiten mussten.

  • … gewesen sein – das geht nicht.

    So fuhren wir natürlich erst einmal zum großen Äquatormonument „Mitad del Mundo“. Dieses größte Äquatordenkmal in Ecuador wurde auf der Linie aufgebaut, die 1736 von einer französischen Expedition unter Leitung von Charles Marie de La Condamine als Äquator bestimmt wurde. Leider hat man sich damals um 240 m vermessen, so dass man dann noch in das alternative Museum „Intiñan“ gehen muss. Hier kann man auf beiden Halbkugeln der Erde und dem Äquator verschiedene Experimente durchführen, wie z. B. den Abfluss eines Waschbeckens beobachten. Über die Experiment werden wir in unserem Vortrag berichten.

  • Wir schnürten unsere Schuhe zu, zogen unsere Jacken an und wollten endlich los in die unendlichen Weiten Quitos. Doch Herr Ulbricht bremste unseren Elan durch wahrscheinlich etwas übertrieben Sicherheitshinweise. So verzögerte sich der Abmarsch um bestimmt eine halbe Stunde. Wir liefen zur Bushaltestelle, da wir mit dem Bus in die Innenstadt Quitos fahren wollten. Dies erwies sich aber wesentlich schwerer als gedacht. Die Busse fahren an eine Rampe, öffnen die Türen, dann steigen die Leute aus und dann … Schließen die Fahrer vor unseren Nasen die Türen und die Busse fuhren weg. Beim dritten Versuch hatten wir es dann begriffen. Es muss sich halt einer in die Türe stellen bevor alle ausgestiegen sind und die Tür blockieren bis alle drin sind. Natürlich stiegen wir auch an der falschen Haltestelle aus und so stapften wir über die stark befahrenen Straßen Quitos bis zu unserem ersten Zielpunkt: Monasterio de San Francisco. Sehr beeindruckt vom vielen Gold des ältesten Klosters Ecuadors, mit welchem die Kathedrale ausgekleidet war, ging es zur nächsten Kirche. Tausende Kirchen später (Es waren aber eigentlich nur die Beiden.) standen wir auf Quitos Platz der Unabhängigkeit, dem Plaza Grande. Dort beobachteten wir, wie die Polizisten auf ihren motorisierten Sackkarren durch die Gegend rollten, Straßenhändler ihre Waren verkauften, den offensichtlich Reicheren aber auch Ärmeren die Schuhe geputzt wurden und die Wachen des Präsidenten regungs- und emotionslos vor seinem Palast standen. Durch ein kostenloses Ticket versuchten wir ein Privatmeeting mit dem Präsidenten Ecuadors zu erhalten. Am Ende bekamen wir ihn aber nicht zu Gesicht und sahen nur die Gemächer in denen er residiert. Dann ging es weiter durch verschiedene Hausinnenhöfe bis zu unserer letzten Station der Sightseeingtour: die Basilica del Voto Nacional. Zum Glück war es aber schon recht spät, so dass uns der dritte Kirchenbesuch erspart blieb.

    Nach etwas Suchen fanden wir endlich eine Bushaltestelle und erreichten kurz vor Einbruch der Dunkelheit die Herberge.

    • Der Direktor der Schule begrüßt uns kurz und fragt nicht einmal woher wir kommen und aus welchem Grunde wir da sind. Er übergab die Führung durch seine Schule sofort dem Inspektor und verschwand.

    • Das Schulgelände ist ein vollständig umzäunter und betonierter Platz, auf dem die offenen überdachten Gebäude mit den Klassenzimmer stehen. Grünes fehlt.

    • Die Schüler der 1. bis 7. Klasse haben ihren Unterricht von 7 bis 12.20 Uhr.

    • Die 8. bis 12. Klasse haben ihren Unterricht von 12.30 bis 18 Uhr.

    • Die Schüler tragen Schuluniformen.

    • In jeder Klasse sitzen 40 bis 50 Schüler.

    • Es gibt offensichtlich keine Schulbücher und die Klassenzimmer sind sehr spartanisch eingerichtet.

    • Im Unterricht ist es sehr laut und da es keine Glas-Fenster gibt, hört man auch die anderen Klassen und die Schüler auf dem Schulhof.

    • Auch nach dem Klingeln, welches einer Sirene zum Feueralarm glich, kehrte keine Ruhe ein.

    • Die Englischlehrerin einer Klasse konnte weniger Englisch als wir. Große Probleme hatte sie mit der Aussprache. Dafür mussten die Schüler als Hausaufgabe alle Zahlen von 1 bis 1000 aufschreiben.

    • Das Schuljahr ist in Trimester eingeteilt. Es gibt nur 5 Fächer: Mathe, Sprachen, Sozialkunde, Naturwissenschaften, Sport. Wobei z.B. in den Naturwissenschaften trimesterweise zwischen Biologie, Chemie und Physik gewechselt wird.

    • Noten gibt es erst am Jahresende, die Schüler müssen für die Versetzung eine Prüfung bestehen. Allerdings gibt es vier Versuche – mit immer denselben Aufgaben.

    Der Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen war auf dem Schulhof rasch hergestellt. Die ecuadorianischen Schüler zeigten große Neugier und winkten uns zu, selbst im Unterricht versuchten sie per Zeichensprache mit uns zu kommunizieren. Besonders von Selma waren alle fasziniert, sie wurde umringt und jeder wollte mit ihr ein Foto machen.

  • Es ist unglaublich, jeden Tag sitzen wir 7.30 Uhr am Frühstückstisch. Wollten wir nicht Urlaub machen? Nugelys und Eduardo sind schon viel früher munter. Sie haben dann schon das Essen vorbereitet. Ein vorher aufgestellter Plan der beiden zeigt ganz genau, was es wann zum Frühstück, Mittag und Abendbrot zu Essen geben wird. Eduardo hat den Speiseplan zusammengestellt und vor unserer Ankunft alle Lebensmittel für die Woche unserer Anwesenheit eingekauft. Die Vielfalt der von ihnen gekochten Speisen ist beeindruckend. Es ist eine Reise durch die Spezialitäten der modernen südamerikanischen Küche. So lernten wir z.B. venezolanische Arepas (Maisfladen), verschiedenste Zubereitungsvarianten der Kochbanane (z.B. die Patacones) oder Submarinos de Atun (Thunfischkroketten) kennen. Eduardo erklärt uns auch die verwendeten Früchte und Gemüse und deren Zubereitung.

    Beide sind keine Köche. Vor wenigen Jahren kamen sie aus Venezuela nach Ecuador. Nicht als politische Flüchtlinge, sondern um ein neues Leben anzufangen. Die politische Situation in Venezuela beeinflusste aber ihre Entscheidung das Land zu verlassen. Nun arbeiten sie als Rechtsanwalt für SELVA VIVA bzw. als Assistentin in einer Uni in Tena. Nugelys nutzt aber gerade die Zeit über eine berufliche Neuorientierung nachzudenken.

    Nach unseren Exkursionen oder Arbeitseinsätzen auf der Finca Liza kehren wir in der Regel um 18 Uhr zurück. Leider wird es am Äquator jeden Tag zu dieser Zeit dunkel, so dass dann die Boote nicht mehr fahren können und damit der Weg zu unserem Haus am Puerto Barantilla abgeschnitten wäre.

    Nugelys und Eduardo, wir werden Euch auf der weiteren Reise vermissen.

    Nicht vermissen werden wir die ungebetenen Gäste des Hauses, die wir erst neugierig betrachteten, die Einheimischen uns dann aber vor ihren giftigen Bissen, Stichen oder Sekreten warnten.

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