Wie man einen Vulkan herunter surft!

Schritt f├╝r Schritt ging es langsam bergauf. Wer sich schneller bewegte, wurde durch Herzrasen und Atemnot bestraft. Vor unseren F├╝├čen erstreckte sich ein nur 30 cm breiter Pfad. Links von uns nur kahle schwarze Felsw├Ąnde, welche in die H├Âhe ragten, rechts von uns ein tiefer Abgrund aus dunklem Schotter. Noch ahnte keiner von uns, dass dieser Abgrund unser R├╝ckweg werden sollte …

7 Uhr: Wir standen auf. Jeder kroch aus seinem Schlafsack unter mindestens zwei Decken. Wir ├╝bernachteten in verschiedenen reparaturbed├╝rftigen Holzh├╝tten am Fu├če des Cotopaxi. Das Waschen fiel mangels Wassers aus. Fr├╝hst├╝ck gab es in der gr├Â├čeren Schutzh├╝tte ÔÇ×Cotopaxi – Cara SurÔÇť. W├Ąhrend wir a├čen und uns die ├ärsche abfroren, unterrichtete uns Herr Ulbricht ├╝ber die anstehende Wanderung am Cotopaxi.

Gegen 8:30 standen wir mit gepackten Tagesrucks├Ącken zum Abmarsch bereit. Nach weniger als anderthalb Stunden verloren wir auch schon die ersten Mitglieder, da die nicht unerhebliche H├Âhe (4.200 m ├╝. NN) f├╝r manche einfach zu viel war und sie somit zur├╝ck zu unserem Basislager gebracht werden mussten. Zu siebt ging es dann weiter zum eigentlichen Ziel unserer Wanderung, dem Morurcu, einem Nebengipfel des Cotopaxi. Allerdings war der Weg mit vielen Risiken verbunden, wie zum Beispiel vom schmalen (ÔÇ×schmalÔÇť ma├člos untertrieben) Pfad abzurutschen und in dem rund 300 Meter tiefen Abgrund zu verschwinden.

13 Uhr: Nach langem ├ťberlegen und Beraten mit unseren Bergf├╝hrern, welchen Weg wir als n├Ąchstes einschlagen wollten, entschieden wir uns f├╝r eine etwas k├╝rzere Route als urspr├╝nglich geplant. Jedoch wussten wir noch nicht, was uns auf diesem Weg erwarten w├╝rde.

. . . nach einem weiteren Anstieg auf 4.500 Meter rannte Luis, einer der beiden Guides, welche mit uns unterwegs waren, wie von der Tarantel gestochen den endlosen Steilhang aus vulkanischer Asche hinunter. Wir taten es ihm gleich und st├╝rzten hinterher. Dabei soll gesagt sein, dass wir viel mehr rutschten als rannten. Wir surften quasi den Fu├č des Vulkans hinunter. 300 H├Âhenmeter sp├Ąter waren wir am Grund einer Schlucht angekommen. Hier konnte man noch sehr gut die Schlammstr├Âme vulkanischer Asche der letzten Ausbr├╝che des Cotopaxi erkennen. Doch wo es runter geht, muss es leider auch wieder hoch gehen. So blieb es uns nicht erspart, nach einer l├Ąngeren Wanderung im Tal weitere 200 H├Âhenmeter bis zu unserem Basislager anzusteigen. Doch kurz vor unserem Ziel fing es an in Str├Âmen zu regnen. So zerrann unsere letzte Hoffnung ein freien Blick auf den Cotopaxi zu haben.

Trotzdem waren wir gl├╝cklich als wir endlich gegen 15 Uhr vor dem warmen Kamin der H├╝tte mit unseren neuen Freunden, den Bergf├╝hrern Eduardo und Luis, sa├čen.

Jennifer, unsere K├Âchin, erwartete uns schon mit einer warmen Suppe.

Am Abend spielten wir noch eine deutsch-spanische Runde Schummelmax. Die drei Ecuadorianer am├╝sierten sich k├Âstlich bei dem neu erlernten Spiel.

Gegen 20 Uhr krochen wir dann schon wieder in unsere etwas klammen Schlafs├Ącke. Beim Einschlafen dachte bestimmt jeder an unser Vorbereitungsboofen in der S├Ąchsischen Schweiz. Das f├╝hlte sich so ├Ąhnlich an, nur dass es damals bestimmt 20 Grad w├Ąrmer war.